Das besondere Exponat


Schiebefenster des 18. Jahrhunderts

 

Bundaxt

 



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Innenansicht eines Schiebefensters, als Kreuzstockfenster konstruiert. Eiche, 790 x 920 mm, vermutlich Mitte 18. Jahrhundert oder früher. Verglasung mit rundgeschnittenem Zylinder- oder Mondglas und zwei Butzenscheiben (oben rechts). Welche Glasart zum originalen Bestand gehören, lässt sich nicht sicher bestimmen, doch ist zu vermuten, dass die zwei einzelnen Butzenscheiben eine spätere Reparatur darstellen. Die unterschiedliche Farbigkeit der Scheiben rührt von Verunreinigungen der Glasmasse mit Eisenoxyden, sowie von Alterungsprozessen der Glasoberflächen her. Die Bleifelder sind in die Rahmenhölzer, wie es zur damaligen Zeit Standard war, eingenutet und waren ursprünglich mit einem schilfartigen Material abgedichtet. An der Innenseite des Fensters befinden sich noch drei [von ursprünglich vier] Kettelhaken. Diese Haken lassen den Schluss zu, dass es sich bei diesem Fenster um ein Vorsatz- bzw. Winterfenster handelt.
Fenster als Schiebekonstruktion waren zwischen Anfang des 16. Jh. bis zum Beginn des 19. Jh. weit verbreitet und, da keine teuren Metallbeschläge gebraucht wurden,  kostengünstig herzustellen. Ein weiterer Vorteil war, dass bei geöffnetem Fenster der Fensterflügel nicht in den Raum hineinragte. Gegen unerlaubtes Öffnen des Schiebeflügels wurde eine Holzleiste in die Schiebenut eingelegt. Schiebefenster einfacherer Konstruktion und Verglasung wurden in ärmeren Gegenden für Nebenräume bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ausgeführt.