Denkmalschutz in Hessen


Mit seinen ca. 60.000 Baudenkmälern und etwa 2.000 Gesamtanlagen verfügt das Bundesland Hessen, bezogen auf seine flächenmäßige Größe, über einen durchschnittlichen Denkmalbestand. Den Schutz und die Erhaltung seiner Baudenkmäler regelt das Hessische Denkmalschutzgesetz in der Fassung vom 5. September 1986.

Erste Denkmalschutzverordnung
Bereits vor ca. 200 Jahren traten auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Hessen die ersten Regelungen zum Schutze von Kulturdenkmälern in Kraft. Zu den wohl ältesten Denkmalschutzregelungen in Kurhessen zählt die "Verordnung, die Erhaltung der im Lande befindlichen Monumente und Altertümer betreffend" vom 22.12.1799. In Hessen-Darmstadt wurde 1818 die erste Denkmalschutzverordnung erlassen. Sie verpflichtete das Ober-Baukolleg zur Aufstellung eines Verzeichnisses aller Überreste alter Baukunst, "welche in Hinsicht auf Geschichte oder Kunst verdienen erhalten zu werden."
Mit dieser Verordnung begann eine hessische Tradition beispielhafter Denkmalschutzgesetzgebung. Erst am 16.07.1902 wurde sie durch ein neues Denkmalschutzgesetz abgelöst. Es war das erste moderne Denkmalschutzgesetz Deutschlands und regelte erstmals auch den Schutz von Bodendenkmälern. In seiner Fortschrittlichkeit kann es in wesentlichen Teilen als Vorbild für das heute geltende Hessische Denkmalschutzgesetz angesehen werden.


Alsfeld
Steinbauten und Fachwerkhäuser prägen den Stadtkern von Alsfeld

Nach dem 2. Weltkrieg wurde in den Art. 62 der Hessischen Verfassung aufgenommen, dass Staat und Kommunen verpflichtet sind, die Denkmäler der Kunst, der Geschichte und Kultur zu schützen und zu pflegen und die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen. Die Umsetzung dieses verfassungsmäßigen Auftrages erfolgte allerdings erst 1974 mit dem Inkrafttreten des ersten Hessischen Denkmalschutzgesetzes.

Kloster Heydau
Durch den dichten Zeugnisbestand der unterschiedlichen Bauphasen ist
das Kloster Heydau
ein Kulturdenkmal von herausragender Bedeutung.



Der Denkmalbegriff der Gegenwart
Beschränkte sich der Begriff des Denkmals ursprünglich nur auf Monumentalbauten wie Schlösser, Burgen, Kirchen und Rathäuser, wurde er in dem neuen Gesetz auch auf die sozialgeschichtlichen Baudenkmäler aller Bevölkerungskreise, auf ganze Stadtbilder, auf Fabrikgebäude und selbst auf die zu den Anlagen gehörenden Freiräume ausgedehnt. Über die Baudenkmäler hinaus wurde auch die große Gruppe der Bodendenkmäler erfasst.

Bei einer Novellierung des HDSchG im Jahre 1986 wurde die Anwendung der bereits in anderen Bundesländern bewährten "deklaratorischen Liste" festgelegt. Diese Liste geht von dem Grundsatz aus, dass die Denkmaleigenschaft eines Objektes von Natur aus gegeben ist und kein besonderer Verwaltungsakt erforderlich ist. Das Landesamt für Denkmalpflege braucht lediglich diesen Tatbestand in einer verwaltungsinternen Liste festzuhalten. Es hat sich jedoch als sinnvoll erwiesen, die Eigentümer über die Unterschutzstellung ihres Gebäudes schriftlich zu informieren.

Zur Erfüllung von Denkmalschutz und Denkmalpflege werden nach dem Denkmalschutzgesetz von den Denkmalschutzbehörden alle hoheitlichen Aufgaben und von den Denkmalfachbehörden alle wissenschaftlichen Aufgaben wahrgenommen. Deshalb muss sorgfältig zwischen Denkmalschutz und Denkmalpflege unterschieden werden.

Hessisches Denkmalschutzgesetz

Denkmalbehörden in Hessen


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